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November 12 2019

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Wenn doch alles so einfach wär....

November 08 2019

«Einer Minderheit anzugehören, gibt dir noch keine Erlaubnis, Stuss zu erfinden»


Aus Orten des freien Denkens und Forschens werden zunehmend Institutionen der Unfreiheit: Der Philosoph Peter Boghossian, ein angesehener Vertreter seines Fachs, geht mit dogmatischen Vertretern von Gender- und Race-Studies hart ins Gericht. Nun steht er selbst unter institutioneller Beobachtung.

Herr Boghossian, Sie sind Philosoph. In den letzten Jahren sind öffentliche Debatten immer mehr von identitätspolitischen Belangen überlagert worden: Wer etwas sagt, ist wichtiger als das, was jemand sagt. Triviale Informationen zu Geschlecht, Herkunft, Nationalität oder Religion werden wie ein Gütesiegel gehandelt. Auch in Ihrem Fach hat dieser Trend Einzug gehalten. Wann wurde das Unbehagen so gross, dass Sie sich entschieden, etwas dagegen zu unternehmen?

Peter boghossian, amerikanischer philosoph. (bild: pd)

Peter Boghossian, amerikanischer Philosoph. (Bild: PD)

Das war im Jahre 2014. Es ist nichts Neues, wenn ich Ihnen sage: Menschen blicken für gewöhnlich durch ihre epistemische Landschaft, um die Urteile, die sie ohnehin schon haben, zu rechtfertigen. Die entsprechende Einsicht des Wissenschaftsjournalisten und Skeptikers Michael Shermer lautet: Je schlauer du bist, desto besser bist du auch im Rationalisieren einer schlechten Idee. Die klügsten Leute rationalisieren die Dogmen der gerade herrschende Orthodoxie, in diesem Fall Vorstellungen von Rasse und Gender. Das passiert nun eben längst auch in philosophischen Seminaren, die zu Sprachrohren für diese Trends geworden sind.

Konkreter, bitte.

Nehmen wir den Fall Rebecca Tuvel. 2017 veröffentlichte die amerikanische Philosophin einen Text im «Peer-reviewten» akademischen Journal «Hypatia». Darin argumentierte sie: Wenn es möglich ist, dass eine Person sich mit einem anderen Geschlecht identifizieren kann als demjenigen, mit dem sie geboren wurde – warum sollten Menschen das nicht auch mit der Rasse tun können? Es folgte eine Hexenjagd. Auch prominente Philosophinnen flippten aus. Was Tuvel schrieb, widersprach der herrschenden Lehre der Gender-Theoretiker und Anti-Rassisten gleichermassen.

Das klingt beinahe so, als sähen Sie die Geisteswissenschaften ideologisch belagert.

Das sind sie, ganz offiziell. Die neue Orthodoxie ist heute an amerikanischen Unis wirklich genau das: eine Orthodoxie, auch wenn sie wissenschaftlicher Evidenz entbehrt. Aber Letztere ist auch gar nicht nötig. Denn wer diese Orthodoxie nicht teilt, gilt als Häretiker. Die Deutungshoheit liegt vor allem bei jüngeren Fächern, die den Zusatz «studies» führen. Sie verfügen an den Universitäten über den nötigen organisatorischen und institutionellen Rückhalt.

Moment, bitte. Als akademische Disziplin scheint die Philosophie gegenüber solchen Trends doch erst einmal weniger anfällig zu sein.

Das stimmt längst nicht mehr. Wirklich schlaue Leute machen wirklich seltsame Dinge. Und darin sind die klügsten Menschen noch gewandter, so dass sie diesen Ideen – die unter dem Titel «Diversität», «Gleichheit», «Inklusion», «Trigger-Warnung», «Safe Spaces» oder «Mikro-Aggressionen» kursieren – zum Durchbruch verhelfen.

Vermuten Sie ein ideologisches Komplott?

Nein, nur den Siegeszug schlechter Ideen – und eine Gruppe von höchst empfindsamen Menschen, die Macht über Erkenntnis stellen.

Sie haben gemeinsam mit dem Mathematiker James Lindsay beschlossen, Ihre erste Entlarvung der Ungenauigkeiten im Feld der Gender-Studies zu lancieren. Sie haben ein frei erfundenes Paper in einem akademischen Journal veröffentlicht, das einen Zusammenhang zwischen dem männlichen Genital und dem Klimawandel herstellte – augenscheinlich haarsträubender Unfug, der aber dennoch publiziert wurde.

Darf ich etwas ausholen?

Gerne.

Wir waren vom Physiker Alan Sokal inspiriert, der 1996 das akademische Journal «Social Text» mit einem frei erfundenen Artikel zur Quantenphysik foppte. Wir entdeckten den Twitter-Account @RealPeerReview, der wirklich wahnsinnige Artikel aus den Geisteswissenschaften teilt. Da wir aus der Bewegung der neuen Atheisten gekommen waren, begriffen wir: So wie Christen die Bibel und Muslime den Koran haben, so haben eben Anhänger der Gender- Studies ihr eigenes Glaubensbekenntnis. Wir wollten also deren Wissensbasis delegitimieren und zeigen: «Seht: Das ist nicht, was ihr meint, das es ist.» Das Problem dabei war, dass das Journal, dem wir den Bären aufgebunden hatten, kein hochrangiges Gender-Studies-Periodikum war – da hatten die Kritiker recht.

Damit war die Geschichte aber offensichtlich nicht zu Ende. Wie ging es weiter?

Als die Kritiker das beanstandet hatten, beschenkten sie uns mit einer neuen Idee. Sie gaben uns zu verstehen: Wenn ihr wollt, dass das klappt, müsst ihr es systematisch angehen. Okay, dachten wir! Lasst uns einmal sehen, ob es funktioniert – lasst uns aber intellektuelle Integrität wahren und in dem Falle, dass es nicht klappt, sagen: «Das ist, was wir versucht haben, das ist, was wir getan haben – und wir sind gescheitert.» Unseren Fortschritt liessen wir also von einem Filmemacher dokumentieren, Mike Nayna. Die Sache war ernst, wir würden uns nicht mehr herausreden können. James Lindsay dachte, dass wir gar keinen Artikel zu veröffentlichen vermöchten, während ich annahm, dass wir es vielleicht in zwei oder drei Journals schaffen würden.

Mittlerweile ist die ganze Geschichte als Grievance-Studies-Affäre bekannt. Sie haben insgesamt 20 pseudowissenschaftliche Artikel verfasst. In einem davon behaupteten Sie, dass Hundehalter fast immer einschritten, wenn ihr Hund im Park einen anderen Rüden besteige, bei einer Hündin aber deutlich seltener, was die «rape culture» in der Mensch-Tier-Beziehung widerspiegle. Ein weiterer Aufsatz gab Dichtung als analytisches Wissen aus. Und ein anderes Manuskript rezyklierte Passagen, die direkt aus Adolf Hitlers «Mein Kampf» stammten.

Unsere ersten Versuche waren absichtlich schlecht geschrieben. Die waren nicht einmal irre, sondern einfach nur inkohärent – Wortsalat. Das klappte nicht. Wir haben dann schnell die auf Frauenthemen spezialisierte Historikerin Helen Pluckrose ins Team integriert und diese Ideen wirklich erforscht – in Fat Studies, feministischer Geografie, Critical Race Theory. Wir produzierten zwanzig Artikel in zehn Monaten. Sieben wurden veröffentlicht oder für die Publikation akzeptiert, bis wir ertappt wurden; sieben weitere waren unter Begutachtung. @RealPeerReview hatte Teile aus dem Hundepark-Paper getwittert. Dann hat uns das «Wall Street Journal» auffliegen lassen. Es sah, was die Redaktionen jener Journale nicht sehen konnten – dass dieses Gedankengut schlichtweg Blödsinn war. «National Review» und andere Medienunternehmen und Organisationen nahmen sich der Sache an. Dann war es vorbei. Leider, weil wir weitere Paper bereit hatten – und die waren vollkommen wahnsinnig, noch wahnsinniger als die anderen, weil wir besser geworden waren.

Was hat Sie am meisten alarmiert?

Schon früh zu sehen, wie erfolgreich wir waren – niemand von uns hätte erwartet, dass wir einen Text in «Hypatia» publiziert bekämen. Auf bedrückende Weise überraschend war, dass so wenige Individuen ehrlich und aufrichtig waren und überhaupt zugaben, dass es ein Problem geben könnte – dass wir dann und wann mit unseren Schlussfolgerungen begonnen und uns rückwärts bewegt hätten oder dass wir vielleicht ideologisch motiviert seien. James Lindsay schrieb in fünf Stunden einen Artikel über Dichtung. Das Stück war das blödsinnigste Gelaber. Die Lyrik darin hat er mit einem Online-Generator für Gedichte erstellt! Und dieser Artikel wurde akzeptiert und veröffentlicht. Je mehr wir unterbrachten, desto kühner wurden wir.

All dies dürfte doch belegen, dass im akademischen Betrieb der Geistes- und Sozialwissenschaften in den USA und anderswo etwas grundlegend schiefläuft – und zwar systematisch.

Ja. Die geläufige Replik war: «Das ist alles halb so wild, es geht ja nicht ums Ingenieurwesen!» Das ist natürlich nicht der Punkt – denn auch Geisteswissenschaften haben Standards. Helen Pluckrose hat dafür eine gute Analogie. Stellen Sie sich ein Haus vor, das ein Problem mit Kakerlaken hat, worauf Sie Leute hinweisen. Und deren Antwort ist: «Was ist eigentlich mit dem Nachbarhaus? Das ist auch befallen! Warum gehen Sie nicht rüber und ermitteln dort?» Wir hatten aber genau dieses Phänomen untersucht. Es steht allen frei, Bautechnik, Anthropologie, Philosophie, Marketing und Buchführung auf etwaige Kakerlaken zu überprüfen. Es gibt aber ein Problem in diesem einen, bestimmten Feld. Und das zu leugnen, ist verlogen.

Haben Sie auch positive Rückmeldung von den kritisierten Kollegen erhalten?

Nein. Kein einziger ist vorgetreten, um zu sagen: «2017 habt ihr versagt, ich habe euch gesagt, was ihr tun müsst – und das habt ihr getan. Tut mir leid, ich war im Unrecht, und ihr seid im Recht, ich hab’s nun begriffen, danke.» Vielmehr ignorieren mich meine Fachkollegen genauso wie die Vertreter der Grievance-Studies-Disziplinen. Ich spräche sehr gern mit ihnen darüber, sie wollen diese Unterredung oder Debatte aber nicht. Wir haben sie oft zu öffentlichen Diskussionen eingeladen. Ein neueres Beispiel: Wir haben an der Portland State University eine Veranstaltung mit James Damore organisiert, dem Google-Ingenieur, der das «Google Memo» programmiert hatte, und dafür das Women’s Studies Department eingeladen – niemand kam.

Sie wurden für Ihre Aktionen auch harsch kritisiert. Wie gingen und gehen Sie damit um?

Kritik ist das falsche Wort. Angriffe auf die Reputation, personalisierte Hetze, Rufmord, Beschuldigungen wie die, wir seien alle «weiss», wir seien «Nazis» – wir bekamen die ganze Palette ab. Wahnsinn. Und absolut unzutreffend.

Was haben Sie daraus gelernt?

Erstens haben wir es buchstäblich mit einem Kampf der Weltbilder zu tun. Und zweitens: Das theoretische Fundament der Grievance-Studies-Disziplinen ist dürftig. Deren Radius breitet sich dennoch mimetisch aus, sie sickern in das Bewusstsein der Menschen ein und verändern ihre Wahrnehmung der Realität. Es ist doch interessant, dass diese Leute glauben, dass sich mit Penis geborene Individuen als Frauen bezeichnen können, während sie meinen, dass sich als Liberale verstehende Individuen keine Liberalen sein können.

Sie klingen besorgt.

Ich bin besorgt, sehr sogar. Denn die Personen, die weiter daran arbeiten, diese antiliberalen, antiaufklärerischen Werte zu etablieren, diese zu institutionalisieren und damit Inklusions-, Diversity- und Equity-Büros mit heterodoxen Ansichten gegen Fakultätsangehörige zu bewaffnen – diese Leute denken, dass alles wunderbar nach Plan läuft! Die ganze Universität ist eine ideologische Mühle, in der Studierende mit diesen Glaubenssätzen indoktriniert werden, während zugleich immer mehr konservative Stimmen ausgesondert werden. Als sie die Konservativen holten, habe ich nichts gesagt. Als sie die Moderaten holten, habe ich nichts gesagt. Und als sie dann die Linksliberalen holten, bemerkte ich, dass ich ein Problem habe.

Was macht man mit einem Universitätssystem, das aufgrund stark ansteigender Irrationalität sein eigenes Fundament unterminiert – nämlich den freien Austausch von Gedanken und Ideen und die freie Forschung?

Vielleicht wird es irgendwann eine Alternative zum Universitätssystem geben – ich weiss es nicht. Für Deutschland oder Europa kann ich nicht sprechen, aber die Konservativen hier vertrauen dem Universitätssystem nicht mehr. Und das ist verkehrt und muss von uns geändert werden. Konservative Stimmen müssen in die Akademie zurückkehren. Weltanschauliche Vielfalt muss als Primärwert gesetzt werden. Wir können nicht zulassen, dass der Mangel an öffentlichem Vertrauen unsere Institutionen erodieren lässt.

Jedwede «Diversität» scheint heute akzeptabel – nur echte, zuweilen unbequeme intellektuelle Vielfalt nicht.

Das ist der Fehler, den die Leute machen – sie denken: «Oh, Diversität! Was für ein wohlklingendes Wort, das fühlt sich gut an!» Was tatsächlich damit gemeint ist, ist oftmals bloss ideologische Homogenität. Studierenden zu sagen, dass Sprache eine Form von Gewalt sei, ist eine der Sachen, die unsere Universitäten wirklich umbringen. Du wirst nie in der Lage sein, Probleme zu lösen, wenn du damit beschäftigt bist, beleidigt zu sein, und obendrauf noch alle anderen für eine existenzielle Gefahr für dein Leben hältst.

Meinungen werden neuerdings als Gefahr für die eigene Existenz betrachtet – und entsprechend wie Gewalttaten geahndet.

Stimmt. Das gibt einem dann das Recht, diese zu verbannen und zu canceln. Das hat viele Konsequenzen. Eine davon ist, dass man nie erprobt, woran man selbst glaubt. Vielmehr sagt man sich: «Ich bin ein besserer Mensch, weil ich mich nicht mit solchen Ansichten befasse» – wenn sich alle so verhalten, zerfällt die Gesellschaft. Sollte diese Meinung breitere Resonanz erfahren, wird niemand mehr mit jemandem reden. Wie sollen wir so Probleme lösen?

Wen meinen Sie mit «wir»?

All diejenigen, die von diesen ständigen Kulturkämpfen und Diskussionen erschöpft sind. Machen wir die Probe aufs Exempel: Es kam ja vor, dass als Männer geborene Individuen im Frauensport antreten durften. Die Resultate sind bekannt. Trans-Frauen gewinnen bei den Wettkämpfen zumeist mit gehörigem Abstand, egal in welcher Disziplin. Die biologischen Unterschiede der Geschlechter, die in den Gender-Studies als zweitrangig oder irrelevant abgetan werden, treten hier klar hervor. Wer diese Unterschiede betont, ist jedoch kein Frauenhasser. Ich hege keine negativen Gefühle gegenüber Frauen, weil ich darauf hinweise, dass sie nicht so schnell rennen können wie Männer. Und zu behaupten, dass jemand genau das tue, wenn er wie ich darauf hinweist, ist eine grobe Fehlbeschreibung – und ignoriert völlig den Umstand, dass ebendieser Jemand einen Sinn für Fairness hat. Im Sport sollten als Frauen geborene Frauen mit anderen als Frauen geborenen Frauen wettstreiten dürfen. Ich verteidige Trans-Rechte, solange die Fairness gewahrt ist, solange andere dadurch nicht drangsaliert werden. Wenn als Männer geborene Frauen am Frauensport teilnehmen, ist das jedoch unfair. Sollte ich mich täuschen, bin ich natürlich bereit, meine Meinung zu ändern – aber dann müssen wir streiten, nicht diffamieren.

Die irrationale Komponente dieser Postulate scheint evident. Wäre «Obsession» womöglich die angemessene Bezeichnung für das Verhalten mancher Grievance-Studies-Anhänger?

Wer nicht mehrfach benachteiligt ist, hat kein Recht zu sprechen, und Diskriminierung verleiht einem in diesen Kreisen einen eigenen Status. Fragt man die Anhänger der Intersektionalität, auf welchen rationalen Argumenten ihre Autorität gründe, sind sie wegen der Frage beleidigt und weisen auf Identitätsmarker hin: «Du bist ein weisser Mann, natürlich fragst du mich das. Aber du hast kein Recht dazu.» Das ist eine Form von Verlogenheit und entspricht der Art, wie Fundamentalisten reagieren würden – also jene Leute, deren kognitiver Apparat von einer Idee überschrieben worden ist, die keine Reflexion mehr duldet. Das moralische Denken hat das rationale abgelöst.

Weniger apodiktisch: Die affektive Komponente dieser Denkweise ist vordergründig, das Analytische hingegen zweitrangig.

Eine Methode zu benennen, die Menschen nutzen, um zu Urteilen zu gelangen – das sollte ein intellektuelles Gütesiegel sein, weil es das ist, was Individuen in einer Gesellschaft tun, um Wissen voranzutreiben und herauszufinden, was wahr ist.

Unter der Grievance-Studies-Anhängerschaft gilt Wahrheit jedoch als ein «Narrativ». Es handelt sich um Personen, die sich über die dumme Formulierung von den «alternativen Fakten» echauffieren, selbst aber keinerlei Problem damit haben, von «Wahrheiten» im Plural zu sprechen.

Korrekt! Interessanterweise sagt das aber niemand, wenn er in seiner Bank den Schalterbeamten um Wechselgeld bittet. Und wen rufen die eigentlich an, wenn ihr Kind hinfällt und sich das Bein bricht? Wäre ich je Menschen begegnet, die erst einen Zauberer konsultieren, statt ins Krankenhaus zu fahren, würde ich sagen, dass diese Leute wirklich glauben, was sie behaupten. Tun sie aber nicht. Sie setzen nicht auf Zaubersprüche, sondern gehen zum Arzt – so, wie sie auch beim Geldwechsel in der Bank wissen, dass eine Währung nicht subjektiv ist. Sie verhalten sich nicht gemäss dem, was sie glauben, und sind in diesem Sinn unaufrichtig. Und um sich selbst vor Anschuldigungen der Unaufrichtigkeit zu schützen, konstruieren sie diese elaborierten Rituale, die bloss intellektuelle Verteidigungen sind.

In Ihrem neuen Buch «How to Have Impossible Conversations» gehen Sie mit James Lindsay der Möglichkeit nach, eingefahrenes Denken mit den Mitteln der Konversation zu verändern. Es ist ein origineller Versuch, dogmatische Prämissen aufzulösen. Gleichwohl scheint mir, es sei pessimistisch grundiert – Sie machen beispielsweise keine Vorschläge für akademische Reformen.

Sie haben recht. Nach einer Untersuchung gemäss Title IX – einem amerikanischen Antidiskriminierungsgesetz – beschloss meine Universität, dass ich meine Meinung bezüglich sogenannter geschützter Gruppen nicht kundtun dürfe. Ich bin also mit institutionellen Restriktionen konfrontiert, was ich sagen kann und was nicht.

Was ist Ihre Prognose für die weitere Entwicklung der Geistes- und Sozialwissenschaften in den USA?

Ich bin pessimistisch. Ich bin nur in dem Sinne optimistisch, als ich glaube, dass sich diese Ideologie irgendwann selbst auffressen wird. Dann dürften alle behaupten: «Ich war’s nicht! Ich war daran nicht beteiligt!» Aber das wird noch dauern. Das Problem mit den Universitäten ist, dass es bösartige Ideologen auf unkündbaren Stellen gibt. Das ist eine der Weichen, die diese Weltanschauung stützt. Diese Leute unterrichten Ideen, die spalten.

Wenn es um reale Probleme geht, ist dieses Milieu auffallend still – siehe das Schweigen zu Greueltaten und Menschenrechtsverletzungen, insbesondere im Nahen Osten.

Erinnern Sie sich, wie der IS jesidische Frauen wortwörtlich versklavt hat? Es gab einen wirklichen Sklavenmarkt für sie – wir wissen das aus erster Hand von Zeuginnen, die überlebt haben, und von Videos, die herausgeschmuggelt wurden. Haben Sie irgendwelche Campus-Demonstrationen dagegen gesehen?

Auch von Judith Butler, der Vordenkerin der «Zwangsheterosexualität» und des «gefährdeten Lebens», war nichts zu vernehmen.

Und diese Leute sagen, sie seien Aktivisten! Dies ist ein ungeheuerliches moralisches Versagen. Wir sind mit realer, tatsächlicher Sklaverei konfrontiert – und im Gender-Studies-Lager und unter dessen Aktivistinnen herrscht Grabesstille.

Welchen Ausweg aus diesen akademischen Sackgassen sehen Sie?

Mein Vorschlag lautet: Wenn du wirklich auf deinen eigenen Beinen stehen und ein intellektueller Erwachsener werden willst, dann sieh in den Spiegel! Der wichtigste Wert, an den du dich halten solltest, ist Überzeugungsveränderung. Du musst deine Ansichten auf Basis von Vernunft und Nachweisbarkeit revidieren. Social Justice und Intersektionalität sind kulturelle Phänomene, die Amok gelaufen sind. Und darüber müssen wir ernsthaft reden. Und ja, ich will gleiche Rechte für Schwule, Lesben, für Trans-Menschen und alle anderen – zu hundert Prozent. Aber einer Minderheit anzugehören, gibt dir noch keine Erlaubnis, Stuss zu erfinden und ihn deinen Mitmenschen aufzuzwingen.

November 05 2019

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"Offener Brief" eines mittelständischen Unternehmers an die Kanzlerin.

Guten Tag, Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.

Ich heiße Helmut Markus und bin Reifenhändler. Mein Leben lang habe ich gearbeitet, – fleißig, pünktlich, diszipliniert. Ich bin ein typisch deutscher Malocher, sogar ein “ausgezeichneter”: 2004 wurde ich mit dem hessischen Gründerpreis dekoriert, für „Meistgeschaffene Arbeitsplätze“.

Ich habe Steuern gezahlt und mich sogar in der Politik, besser gesagt 38 Jahre in der CDU engagiert. Er wird es nicht gerne lesen, ich sag’s trotzdem: Der heutige hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer war mal mein Stellvertreter, damals, Ende der Siebziger, als ich noch Vorsitzender der Jungen Union in Biedenkopf war. Das war die Zeit, als Grün noch DKP hieß. Deren sozialistisch-kommunistische Ideologie haben wir damals bekämpft und das erklärt, warum ich die Politik der Rauten-Union nicht mittragen kann und will!

Über 30 Jahre lang habe ich meinen Betrieb aufgebaut um meiner Familie und meinen Mitarbeitern ein gutes und sicheres Leben zu ermöglichen. Ich versuche ein anständiger, solidarischer Bürger zu sein. Doch als mittelständischer Unternehmer in Deutschland bekommt man spätestens jetzt das große Zittern.

Denn da re(a)giert eine Frau Merkel wie wild vor sich hin, springt über jedes Klima-populistische Stöckchen und zerstört rücksichtslos meine Existenzgrundlage – und die meiner Branche. Da meine Kunden wissen sollen, warum sie irgendwann vor verschlossener Tür stehen, ist dieser Brief an Sie öffentlich.

Ich bin zu 100% angewiesen auf Kunden des Individualverkehrs, d.h. Menschen mit Autos. Also das, was Sie, Frau Merkel- und die Grünen- abschaffen wollen. Denn was sagten Sie schon 2017: „Wir werden in 20 Jahren nur noch mit Sondererlaubnis selbstständig Auto fahren dürfen.“In Ihren Worten hört sich das natürlich nicht so schlimm an, Sie nennen das ja gerne “aussteigen”, das klingt netter, als “abschaffen”, “zerstören” oder “ruinieren”.

Wenn Sie eines können, dann ist es das Aussteigen! Sie zwingen Deutschland auszusteigen: aus der Kernkraft, aus der Kohle, aus dem Diesel, aus dem Flugverkehr, aus der Bundeswehr, aus der Bildung, aus Verhandlungen und vor allem auch aus der Demokratie. Auch international gesehen ist das Aussteigen Ihr Ding: Deutschland ist in der Welt unbeliebt wie nie und gilt international als das abschreckende Beispiel einer völlig verfehlten, ausschließlich von deutscher Moral und Emotionen geleiteten Migrationspolitik! Die Bilanz Ihres Negierens, Verneinens, des Verlierens und Stillhaltens ist nach 14 Jahren Kanzlerschaft vernichtend, Frau Merkel!

Und jetzt kommt also der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor und damit der Ausstieg aus dem Individualverkehr. Und natürlich werden die Grünen, die Medien, die von Soros finanzierten NGOs und nicht zuletzt die “Deutsche Umwelthilfe” dafür sorgen, dass wir mit den Iren und Skandinaviern gleichziehen. Diese Länderhaben sich ja verpflichtet, Benzin- und Dieselautos schon ab 2030 zu verbieten.

Sie, Frau Merkel, haben sich noch nie durchgesetzt, wenn es um das Wohl Deutschlands ging. Scheint bei ihnen auch nicht wirklich im Vordergrund zu stehen. Sie werden auch diesmal wieder umfallen wie die hässliche, struppige Tanne, vor der Sie Ihre Weihnachtsansprache gehalten haben- Und mich dabei an Kim Jong Un erinnerten.

Es ist überhaupt nicht so, dass ich will, dass jeder ein, zwei, drei Autos fährt, denen ich Reifen verkaufen kann. Nein, im Gegensatz zu Ihnen habe ich Kinder und bin mir unserer Verantwortung für künftige Generationen sehr bewusst. Und nein, es muss nicht jeder ein Auto fahren – wenn es denn alternative Mobilitätskonzepte gäbe. Doch Fehlanzeige! Da ist nix! Und jetzt kommen Sie mir bloß nicht mit U-Bahn, Bus, Tram, Fahrrad, Elektro-Tretroller, Auto, Taxi, Uber oder sowas wie “Ridesharing” an: Das sind alles städtische Mobilitätsmodelle, die Sie in Berlin aus Ihrem Limousinenfenster sehen.

Bei uns hier im ländlichen Raum gibt es das schlicht nicht. Züge und Busse in der Fläche? Da wo ich in Biedenkopf in Hessen lebe? Fehlanzeige! Völlige Fehlanzeige! Da scheint das berühmte Esel-Taxi der Grünen noch der am ehesten zu realisierende Vorschlag für Mobilität zu sein.

An der Art, wie dieser Elektro-Scooter, dieses hochgefährliche Fortbewegungsmittel, bejubelt wird, lässt sich erkennen, dass Sie keinerlei neue Konzepte haben. Deshalb verweisen Sie und Ihr Wirtschaftsminister so gerne auf das “autonome Fahren”, weil es so wenig greifbar ist, sich schick anhört und Sie genau wissen, dass diese Pläne in einer fernen Zukunft liegen, also erst lange nach Ihrer Amtszeit realisiert werden. Ganz davon abgesehen, dass Sie sich mit diesem Ausblick vollständig von der Idee der individuellen Freiheit verabschieden: So etwas wie „Freie Fahrt für freie Bürger“ kommt in Ihrer Denke der Bevormundung schlicht nicht vor.

Nein, es gibt kein flächendeckendes, umweltfreundliches Mobilitätskonzept! Auch das ist in Ihrer Amtszeit total in die Binsen gegangen Frau Merkel! Das Schienennetz ist verrottet wie nie und man feiert förmlich, wenn ein Fernzug mal pünktlich ist. Apropos Bahn! Was völlig absurd, geradezu verlogen ist: Sie fordern Kinder zum Klimahopsen auf, in jedem Ihrer Sätze taucht das Wort “Klima” auf. Klima hier, Klima da, die Klimarettung muss für alles herhalten, aber die Österreicher kotzen ab, weil Deutschland deren großes, klimafreundliches Mobilitätsprojekt behindert. Wie bitte passt das mit Ihrer klima-hysterischen Politik zusammen?

Um den überfüllten Brenner zu entlasten, bauen Italien und Österreich seit zehn Jahren den längsten Eisenbahntunnel der Welt, den Brennerbasistunnel. Ab 2028 soll der Schwerverkehr per Schiene unterirdisch durch Tirol verlaufen. Es ist ein Milliardenprojekt und Italien und Österreich liegen im Zeitplan. Aber da gibt es ja noch das Deutschland von Frau Merkel, wo Milliardenprojekte inzwischen reihenweise floppen. Und siehe da, das umweltfreundliche Tunnelprojekt droht an der Unfähigkeit Deutschlands zu scheitern! Denn im „fürs Klima“ hopsenden Deutschland hat man noch nicht mal angefangen, die erforderlichen Eisenbahnzulaufstrecken und Terminals im Inntal zu planen! Vielleicht sollten Sie Ihre „Fridayfor Future“ Kinder mal für ein Planfeststellungsverfahren hopsen lassen, Frau Merkel, dann geht das sicher so rasant, wie in Deutschland inzwischen Klimanotstände ausgerufen werden.

Aber Sie behaupten ja, Sie hätten einen Plan – Frau Merkel, wie sieht der aus? Sie verkünden immer wieder großspurig Ziele, ohne ansatzweise zu konkretisieren, wie Sie diese Ziele erreichen wollen. Deutschland soll bis 2050 „klimaneutral“ sein, versprachen Sie gerade beim Europäischen Rat und gleich nochmal beim Kirchentag. Ja fein, und wie soll das bitte genau gehen? Per CO2-Ablasszahlungen, mit denen die Bürger gezielt verarmt werden, damit sie sich das Autofahren schlicht nicht mehr leisten können? Ist das Ihr Plan, Frau Kanzlerin? Obwohl – Arbeitsplätze haben Sie ja schon reihenweise vernichtet und dann muss ja auch niemand mehr mobil sein, um pünktlich zum Dienst zu erscheinen.

Deutschland hat es in der Vergangenheit nicht einmal geschafft, moderate Klimaziele einzuhalten. Was ist es also anderes, als utopisches Geschwafel, wenn Sie verkünden, bis 2030 die Emissionen um 55 Prozent reduzieren zu wollen? Oder es ist – inzwischen halte ich auch das für möglich – schlicht weg geistesgestört?

Seit längerem frage ich mich nämlich, ob Ihre Psyche und Ihr Gesundheitszustand überhaupt noch eine verantwortungsvolle Regierungsführung zulassen. Spätestens seit Ihren Schüttelanfällen und mit Blick in Ihr gequollenes Gesicht fühle ich mich in meinen Zweifeln bestätigt. Ich denke dabei vor allem an Ihre völlig überstürzte, planlose180-Grad-Wendebeim Atomausstieg, den Sie zur grünen Energiewende verklärten und an die vollkommen verantwortungslose, hochgefährliche Öffnung der Grenzeam 4. September 2015.

Egal ob Atomausstieg, Euro-, Flüchtlings- oder jetzt die Klimarettung: Sie scheren sich einen Teufel um ökonomisch realisierbare Lösungen, Sie sprechen opportunistisch dem vermeintlichen Mainstream nach dem Mund. So agiert jemand, der aus tiefer psychischer Not heraus nach Anerkennung und Liebe lechzt. Die Anbetung Ihrer unterwürfigen Jubelperser, die sich von Ihnen auf offener Bühne die Deutschland-Flagge aus der Hand reißen lassen und Kritik an Ihrer Politik immer wieder abwehren, scheint Ihnen nicht mehr zu reichen. Ihre neue Spielwieseist ja nun “der Planet”, den Sie umkreisen und z.B. Besuche in Afrika machen, angeblich um “Fluchtursachen” zu beseitigen.

Die größte Fluchtursache ist unser offenes Sozialsystem, Frau Merkel! Um das für die Planetenbevölkerung zu schließen, müssen Sie nicht mit zwei Flugzeugen durch die Welt düsen und CO2 ausstoßen!

Um Schlimmeres zu verhindern, werde ich mir überlegen, ob ich beim Amtsgericht Berlin-Mitte einen Antrag auf richterliche Betreuung für Sie stelle. Ich bestehe nämlich darauf, dass fachärztlich geprüft wird, ob Sie noch in der Lage sind, die Realitäten richtig einzuschätzen. Welche Erklärungsmuster gibt es sonst für Ihre verantwortungslose Politik gegen Deutschland? Handeln Sie in einem Auftrag? Oder leben Sie rücksichtslos, narzisstisch Ihre zerstörerische Seite aus und sagen Sie sich: hab’ eh keine Kinder, nach mir die Sintflut?!

Egal wie, mir reicht es jetzt! Sie, Frau Merkel, zerstören meine Lebensgrundlage und die Zukunft meiner Kinder in Deutschland und ich werde mich nicht weiter für Ihren fatalen, politischen Harakiri-Kurs als Steuersklave ausquetschen lassen. Im Gegenteil, ich bin kurz davor, selber auszusteigen, so wie es bereits zig Kompetenz- und Leistungsträger getan haben. Ja, aus dem großen Zittern wird die große Flatter, denn ich bin längst nicht der Einzige, der inzwischen ernsthaft überlegt, hier alles hinzuwerfen und mich aus Deutschland zu verabschieden.

Dieser Schritt ist aber oft nicht einfach: Meine Generation kann das noch, viele von uns verfügen über die nötige finanzielle Freiheit, um sich Ihrer zerstörerischen Politik zu entziehen. Aber um uns geht es vordergründig nicht – ich gehe das Risiko dieses öffentlichen Briefes ein, weil es mir um die Zukunft für deutsche Kinder geht.

Sie haben noch eine Chance, Frau Bundeskanzlerin: Erklären Sie sich! Und zwar nicht mit Ihren üblichen, einschläfernden Phrasen: Sagen Sie, welche Maßnahmen Sie planen, um Deutschland vor der Rezession zu bewahren! Erklären Sie, was Sie gegen die katastrophalen Auswirkungen Ihrer gefühlsduseligen Open-Border-Politik tun werden! Nennen Sie konkrete Termine: Wann wird gehandelt?

Und wenn Sie doch nur wieder phrasenhafte Versprechungen auf Lager haben – dann nehmen Sie endlich Ihren Hut, treten Sie zurück, Frau Merkel!

Mit traurigen Grüßen,

Helmut Markus

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Immer noch haben jene die Welt zur Hölle gemacht, die vorgeben, sie zum Paradies zu machen
— Friedrich Hölderlin
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Wenn wir nicht an die freie Meinungsäußerung für diejenigen glauben, die wir verachten, glauben wir überhaupt nicht an sie.
— Noam Chomsky

November 02 2019

UN-Menschenrechtler: Gesundheitszustand von Julian Assange lebensbedrohlich


Die Gesundheit des inhaftierten Wikileaks-Gründers Julian Assange verschlechtert sich stetig, sagt UN-Menschenrechtler Nils Melzer.

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UN-Menschenrechtler: gesundheitszustand von julian assange lebensbedrohlich

(Bild: Londisland/Shutterstock.com)

01.11.2019 17:48 Uhr von Oliver Bünte

Das Leben von Wikileaks-Gründer Julian Assange ist nach Ansicht eines UN-Sonderberichterstatters in Gefahr. Der inhaftierte Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks habe schon im Mai typische Anzeichen von "psychologischer Folter" gezeigt, aber die britischen Behörden kümmerten sich nicht darum, schrieb der Sonderberichterstatter zum Thema Folter, Nils Melzer, am Freitag in Genf. Seit der Inhaftierung von Assange habe sich dessen Gesundheit stetig verschlechtert, sein Leben sei jetzt in Gefahr. "Trotz der medizinischen Dringlichkeit meiner Beschwerde und der Schwere der mutmaßlichen Verstöße hat das Vereinigte Königreich nach internationalem Recht nicht die erforderlichen Ermittlungs-, Präventions- und Rechtsmittelmaßnahmen ergriffen", sagte Melzer. "Was wir von der britischen Regierung gesehen haben, ist eine völlige Missachtung der Rechte und Integrität von Herrn Assange", heißt es in dem Bericht.

Nach dem Übereinkommen gegen Folter müssen UN-Staaten sofort und unparteiisch Ermittlungen aufnehmen, sofern Grund zur Annahme besteht, dass eine Folterhandlung vorliegt. Nach Angaben von Melzer habe er erst fünf Monate nach seinem Besuch im Mai eine "flüchtige Antwort" von der britischen Regierung erhalten. Darin sollen die Empfehlungen Melzers, Untersuchungen einzuleiten und Gegenmaßnahmen zu ergreifen, nicht berücksichtigt worden sein. Auch zusätzliche Informationen wollte man dem UN-Sonderberichterstatter nicht zukommen lassen.

Isolationshaft

Die USA haben einen Auslieferungsantrag gestellt. Großbritannien hatte das Auslieferungsverfahren zugelassen. Die USA werfen Assange vor, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan veröffentlichen zu haben. Bei einer Verurteilung in allen Punkten drohen ihm 175 Jahre Haft. Er hatte 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London Zuflucht gefunden, war nach dem Entzug des Botschaftsasyls aber im April festgenommen worden. Die Anhörungen über die Auslieferung sollen voraussichtlich Anfang nächsten Jahres stattfinden.

Assange habe seine Haftstrafe wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen inzwischen abgesessen und werde nur noch wegen des Auslieferungsantrags festgehalten. Er werde im Gefängnis isoliert und überwacht, was in solchen Fällen nicht nötig sei, sagte Melzer. Außerdem habe er keinen freien Zugang zu Dokumenten und Anwälten. Melzer verlangte Assange Freilassung und eine Ablehnung der Auslieferung.

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November 01 2019

Ablasshandel Klimawandel – von Bettelmönchen und Ablassverkäufern


Um es gleich vorweg zu sagen: ich bin weder das eine noch das andere. Zum Bettelmönch fehlt es mir an Glauben, für den Ablasshandel an Skrupellosigkeit und Geschäftssinn. Ich bin ein Fan der Vernunft und diese findet im Denken eines Franz von Assisi viel eher Anknüpfungspunkte als im Ablasshandel späterer Tage. Franziskus forderte Armut und Nächstenliebe nicht von anderen, sondern lebte sie selbst vor. Nun kann man die Frömmigkeit des 13. Jahrhunderts nicht ohne Brüche ins 21. Jahrhundert übertragen, aber es fällt schon auf, dass persönliches Beispiel und Katharsis den Wanderpredigern heute nicht mehr selbstverständlich sind. Die Differenz zwischen dem, was ehemals als moralisch erwünscht galt und der Lebenswirklichkeit wurde schließlich zur unerschöpflichen Quelle der Bereicherung für die katholische Kirche, angetrieben vom öffentlich bestärkten schlechten Gewissen (Predigten). Die Klimaretter stehen heute vor demselben Dilemma. Das kuriose Ergebnis war und ist, dass mit der „Tugend” zwar schwunghaft (Ablass)Handel getrieben wurde und wird, ohne dass sich deren Prinzipien als Vorsorgegedanke (sündige nicht, spare Geld) in irgendeiner Weise in der Praxis durchsetzten.

Es ging der katholischen Kirche wie dereinst dem deutschen Staat, der zwar die Tabaksteuer erhöht, angeblich um die Gesundheit der Bürger zu verbessern, aber nie so stark auf einmal anhob, dass die Leute ganz mit dem Rauchen aufhörten („Ausweichverhalten vermeiden“ nannte das Gesundheitsministerin Ulla Schmidt) – selbst wenn dies zweifellos für die Gesundheit jedes Rauchers das beste gewesen wäre: man möchte nur ungern auf die Einnahmen verzichten. (Ich erlaube mir den abschweifenden Einschub, dass die katholische Kirche heute zumindest einen ansehnlichen Petersdom vorweisen kann, während die deutsche Tabaksteuer weder die Gesundheit noch das Gesundheitssystem aufrichten konnte.)

Das CO2-Fegefeuer und der Ablasshandel

Die Klimaaktivisten mögen es überhaupt nicht, wenn man die Geschäftspraktiken der ihnen nahestehenden Label und Zertifikate mit dem mittelalterlichen Ablasshandel vergleicht. Doch leider ist das Prinzip dasselbe. Denn a) sind Klimazertifikate wie die Ablassbriefe unerschöpflich, b) ist ihre Wirksamkeit nicht zu überprüfen, c) kann man sie auf Vorrat kaufen und d) reagieren die ausgebenden Stellen geradezu aggressiv, wenn jemand die Praxis dieses „Tauschhandels“ kritisch hinterfragt. Schließlich noch e) – ein Ablassbrief verhinderte „Sünden“ ebenso wenig wie ein CO2-Zertifikat auch nur ein einziges Molekül Kohlendioxid von der Luft fern hält.

Bestimmte im Mittelalter die „Sünde“ die Länge des Aufenthalts im von der Kirche erfundenen „Fegefeuer“, entscheidet heute die „Klimaneutralität“, ob man direkt über „Los“ ins Paradies kommt. Zahlreiche Anbieter gibt es auf dem Markt des „CO2-Ausgleichs“, wie diese moderne Form des Ablasshandels genannt wird. Dabei ist der Deal immer derselbe: man „sündigt“ so, wie man das schon immer getan hat und zahlt für dieses Tun einen „Ausgleich“ – im folgenden Beispiel sind es 2% des Auftragswertes – und erhält dafür ein Zertifikat, dass man sich zum Beispiel ausdrucken kann, um es (in nicht allzu ferner Zukunft) auf Verlangen vorzeigen zu können oder für ein gutes Gewissen unter das Kopfkissen zu legen. Was für die einen wie ein Ausweis klimatischen Wohlverhaltens aussieht, ist für den anderen eine Gaunerzinke die besagt, dass hier schon jemand anderer abgezockt hat. Man bezahlt schließlich immer nur einmal Schutzgeld. Das Klimazertifikat ist somit auch eine Versicherungspolice gegen künftige Vorwürfe moralischen Fehlverhaltens.

Das Geld für das Zertifikat wird nun (nach Abzug einiger Kosten) an Projekte weitergereicht, die von so bestürzender Reinheit und Grandezza sind, dass niemand mehr wissen möchte, wo genau denn dort das CO2 eingespart wird, dass man hier selbst nicht einsparen musste. Das Geld hat sich auf dem Weg von europäischen Konten nach Afrika oder Indien gewissermaßen verwandelt. Es ist, moralisch von CO2 gereinigt, zu göttlichem Manna geworden, mit dessen Hilfe die erste Welt die dritte Welt an den Segnungen der Zivilisation teilhaben lässt. Dieses Prinzip kennen wir aus der klassischen Entwicklungshilfe, nur dass dank CO2 das ganze Jahr über Weihnachten ist und die Spendenbereitschaft durch den Klima-Ablasshandel und permanenten Klimanotstand befeuert und institutionalisiert wurde. Oder um den alten Tetzel-Spruch etwas aufzubügeln: Wo Träne von der Wange rinnt, der Euro in die Kasse springt.

Beispiel: Klimaneutral drucken

„Wenn Sie nach außen hin klar über Ihre Klimaschutzstrategie sprechen, werten Sie Ihre Marke als verantwortungsvoll auf. Dafür geben wir Ihnen Material wie Textbausteine und Bilder oder auch wissenschaftliches Hintergrundwissen an die Hand, damit Sie sich glaubhaft für den Klimaschutz positionieren können.“

So steht es geschrieben in den Kommunikationsleistungen von ClimatePartner, dem nach eigenen Angaben Marktführer für CO2-Ausgleichszahlungen im deutschsprachigen Raum. Viele Druckereien bieten mittlerweile an, Druckaufträge „klimaneutral“ über ClimatePartner abzuwickeln. Für die Kunden ändert sich dabei nichts, für die Drucktechnik ebenso wenig. Weder werden die Druckfarben bei Mondlicht aus Spinat oder Rote Beete gewonnen noch wird das Papier von Bioland-Elfen handgeschöpft. Auch das Endergebnis rollt nicht auf dem E‑Bike sondern wie gewöhnlich im Diesel-Transporter zu ihnen – nur der Preis, der ist besagte 2% höher.

„Mit unserer cloudbasierten Lösung, dem Footprint Manager, können Sie auf Kundenwunsch die CO2-Emissionen Ihrer Druckaufträge pragmatisch und schnell berechnen. Die Emissionen gleichen Ihre Kunden durch die Unterstützung eines Klimaschutzprojektes aus. Für jeden klimaneutralen Auftrag erhalten Sie zur Kennzeichnung des Druckprodukts das ClimatePartner-Label mit ID-Nummer.“

Das ist in der Tat ein Fortschritt – eine eindeutige Ident-Nummer hatten die Ablassbriefe damals nicht! Nächster Schritt wäre – und ich bin sicher, daran wird bereits gearbeitet – die Zertifikate fälschungssicher in der Blockchain abzuspeichern. Dem steht wohl nur die Energieintensität im Wege, die man ja auch wieder irgendwie „ausgleichen“ müsste. Aber „cloudbasiert” ist ja energetisch auch schon eher nur so mittelprächtig.

Die gute Tat, die mit dem Klima-Ablasshandel finanziert wird, kann man sich dann aussuchen. Noch bequemer in den Himmel kommt man, wenn man gleich Ablass für die Benutzung eines Transportmittels, eine Veranstaltung oder pauschal für das Ausstoßen einer bestimmten Menge CO2 erhalten will. Auch auf Vorrat, versteht sich! Im CO2-Rechner von ClimatePartner kann man zum Beispiel erfahren, wie klimaschädlich Fußball ist. Kein Witz! Klicken Sie im Rechner auf den Punkt „Event“ und geben dort die Werte eines Spiels in der Arena auf Schalke ein. Ausverkauftes Haus (54.000), lokale Anreise (wer von weiter her oder mit dem Auto anreist, muss selbst Ablass erwerben), wir stellen keine Mahlzeiten und Übernachtungen gibt’s auch keine. Einfach nur das Stadion und dort kommen 54.000 Menschen zu einem „Event“ zusammen. Klicken Sie nun auf „Zum Warenkorb hinzufügen“ und schon sehen Sie, dass für 175 Tonnen CO2 Ablass nötig ist. Ein weiterer Klick auf „Klimaprojekt“ bringt die Auswahl, ob die fälligen 3.135 Euro in eine Keramikwerkstatt in Brasilien, den Waldschutz in Kenia oder Wasserkraft in Indonesien fließen sollen – letzteres ist etwas preiswerter zu haben. Noch schnell Kontaktdaten angeben und Zahlungsart wählen. ClimatePartner akzeptiert auch Visa.

Ablasshandel: Echtes Geld für falschen Klimaschutz

Gegen die Projekte selbst ist nichts einzuwenden und ich unterstelle auch nicht, dass Untreue oder Betrug im Spiel sind – außer Betrug in der Sache selbst, dem „Klimaschutz“. Denn schaut man sich die ausgewählten drei Projekte genauer an, stellt man fest, dass es diese auch ohne ClimatePartner und Geld aus Deutschen Druckereien gibt. Dass in Brasilien Keramiköfen mit Nussschalen und Holzabfällen betrieben werden, liegt an der Verfügbarkeit des billigen Brennstoffs. Warum sollte man dort mit teurer Kohle oder kostbarem Holz feuern, wenn die Abfälle quasi kostenlos anfallen? Man ist doch nicht blöde! Hier deckt sich eine wirtschaftliche Notwendigkeit, ja Selbstverständlichkeit, mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Mit Klimaschutz hat das jedoch nichts zu tun, denn die Kokosnussschalen brennen nicht besser, wenn man ihnen ein paar Euro-Banknoten beigesellt.

Ähnliches beim Waldschutzprojekt in Kenia. Wer die Savannenwälder Kenias vor Abholzung schützen will, muss die Bewohner der Dörfer dort aus ihrer energetischen Abhängigkeit von Brennholz holen. Zum Beispiel dadurch, dass durch Bildung die landwirtschaftlichen Erträge verbessert und dadurch die Familieneinkommen erhöht werden, wodurch Gas oder Kohle als Energieträger in Reichweite kommen. Klassische Ziele und Wortsinn der Entwicklungshilfe, würde ich meinen. Hier allerdings um-etikettiert zu „Klimaschutz“. Auch das Wasserkraftwerk in Indonesien steht bereits und sorgt für sauberen und kontinuierlich verfügbaren Strom. Wie die Unterstützung dieses Projektes den Druck deutscher Plakate und Flyer „klimaneutral“ machen soll, lernt man wohl eher im Fach „Zauberkunst” auf Hogwarts als auf den Seiten von ClimatePartner.

Nur ein schlechtes Gewissen ist ein gutes Gewissen

Ich bin kein Insider wie Luther und eigne mich nicht dazu, flammende Reden wider den Ablasshandel zu halten. Ich sehe sehr wohl, dass ClimatePartner und viele weitere Anbieter hier nur ein Bedürfnis befriedigen, dass seit Jahrzehnten wie Gift in unsere Hirne geträufelt wird: Weil es uns so gut geht, geht es anderen so schlecht. Wir sind darauf konditioniert, bei jeder Nachricht von den weniger schönen Orten auf dieser Welt, bei Meldungen von Kriegen, Korruption, Elend und sogar Naturkatastrophen zu schlussfolgern, dass dies alles doch irgendwie unsere Schuld sein müsse. Sie müssen nur mal bewusst auf die Formulierungen achten, die dafür in unseren öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendungen verwendet werden. Dieser Schuldkult, eine Art negative Dekadenz, nutzt heute die Klimahysterie für ihre Zwecke. Denn ein positives Narrativ konnten die Klimaretter nicht finden, weil in dem Moment, wo ihre Propheten den Planeten für gerettet erklären würden, alles verschwunden und abgeschafft wäre, was menschliches Leben darauf erst lebenswert macht.

Der Klimaschutz hat nichts Eigenes, keinen uniqe selling point, der sich positiv vermarkten ließe. Deshalb räubert er in allen *ismen, Ideologien und Strömungen, derer er nur habhaft werden kann – sinnvollen und gefährlichen. Aus Umweltschutz, Artenschutz, Arbeitsschutz, Immissionsschutz, Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit, Planwirtschaft, Sozialismus, sozialer Entwicklung und vielen anderen Begriffen wird der zähe, alles umfassender Teig „Klimarettung“ geknetet. Je komplexer, desto besser. Denn komplexes Wissen braucht eine kleine Kaste eingeweihter Adepten, die im Besitz der Wahrheit ist, diese verwaltet und die Ziele definieren darf. Die Gründer der Organisationen, die dieser neuen Kaste angehören wollen, bringen sich in Medien, Parteien, Stiftungen, NGO‘s und Unternehmen wie ClimatePartner bereits lautstark in Stellung.

Kommt Zeit, kommt Rat, kommt gute Tat

Ich will aber nicht schon wieder so negativ enden und nochmal auf den Grundgedanken dieses Ablasshandels zurückkommen: die Einsparung von CO2. Die Sache ist nämlich eigentlich ganz einfach, es braucht weder Quoten noch Verbote noch den Umbau der Marktwirtschaft in eine kommunistisch-zentralistische Steinzeitgesellschaft nach Vorbild der Roten Khmer. Und ganz gleich, wie man zur Frage stehen mag, ob es sinnvoll ist, CO2 einzusparen, wissen wir doch alle, wie das geht. Schließlich sind „alternative Medien“, in denen sich Spötter und Spaltpilze wie ich tummeln, voll von Vorwürfen, die Klimaaktivisten würden Wasser predigen und Wein trinken. Kerosin-Kathi könnte das Fliegen aufgeben und mit Langstrecken-Luisa Fahrrad-Urlaub in der Eiffel machen, statt uns von Kalifornien aus Vorträge über Flugreisen zu halten. Jürgen „Eiskugel“ Trittin könnte Mehrwegbecher verwenden und nach Berlin ziehen, statt nach Göttingen zu pendeln und sich mit Starbucks-Wegwerf-Becher fotografieren zu lassen.

F4F-Demonstranten könnten aufs Smartphone und die neuesten Sneaker verzichten, statt um Akku-Spenden für ihre Demos zu bitten und wer Fleisch deshalb nicht essen mag, weil es energetisch so übel ist, der muss seine Finger eben auch vom energieaufwändig hergestellten Tofu lassen. Verzichtet aufs Auto, verzichtet auf Flugreisen, schaltet im Winter eure Heizung ab – bitte sehr! Aber verschont eure Mitbürger mit euren moralisierenden Belehrungen. Ihr könnt nur euch selbst ändern, nicht die Gesellschaft. Denn sobald ihr andere aktiv ändern wollt, setzt ihr auf Zwang, statt auf Vorbild. Ihr seid keine Demokraten, sondern Despoten. Entsprechend wird man euch entgegentreten. Euer Motto „mach das was ich sage, nicht das, was ich mache“ stinkt den Leuten gewaltig.

„Klimaneutral” ohne Ablasshandel

Was das „klimaneutrale Drucken“ angeht, habe ich übrigens gute Nachrichten: es ist möglich, aber nur durch den kompletten Verzicht auf den Druck. Ja, nicht mal dran denken, irgendwas zu vervielfältigen! Kein Druck, keine Kopie, keine Mail, kein Tweet. Jede Kompensation, jede Ausgleichszahlung, jedes digitale Zertifikat erzeugt selbst wieder CO2 und die Kommunikation dieses Zertifikats noch mehr davon.

Es wäre zwar begrüßenswert, wenn das eine oder andere Ministerium und die angegliederten Initiativen, Hashtags, Vereine und Fördertöpfchenschlecker auf diese Weise „klimaneutral“ würden, aber ich bitte dennoch darum, nicht gleich eine Hexenjagd zu eröffnen. Wir haben bereits unsere Automobilindustrie und die Energiewirtschaft auf dem Altar des Klimaschutzes geopfert, lassen wir wenigstens noch ein paar Druckereien stehen, damit die Trauerkarten und Beileidsbekundungen für den industriellen Niedergang Deutschlands gedruckt werden können. In der Spar-Variante bitte und 2% billiger, weil ohne Ablasshandel und Klimazertifikat.

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October 28 2019

380 Euro pro Stunde für Abwehr von Pres­se­an­fragen



Einige Behörden und Ministerien beantworten Presseanfragen nicht selbst, sondern übergeben sie dem Rechtsanwalt. Und damit ist nicht etwa der hauseigene Justitiar gemeint, sondern externe Kanzleien, die sich ihre Dienste teuer bezahlen lassen: Zwischen 250 und 380 Euro pro Stunde geben Ministerien dafür aus, dass andere ihnen die lästigen Presseanfragen vom Hals halten. Das meiste Geld für juristische Türsteher investiert übrigens das Bundesamt für Verfassungsschutz.

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"Ein sterbender Studierender stirbt beim Studieren, ein sterbender Student kann auch im Schlaf oder beim Wandern sterben."

"Aus dem „Rednerpult“ soll das „Redepult“ und aus dem „Wählerverzeichnis“ das „Wählendenverzeichnis“ werden. Letzteres ist besonders dümmlich, da ein „Verzeichnis von Wählenden“ nur über Personen erstellt werden kann, die jetzt gerade in der Wahlkabine abstimmen. „Wähler“ hingegen ist man immer, auch wenn man im Wirtshaus sitzt. Ein „Flüchtender“ ist eben etwas anderes als ein „Flüchtling“, und ein „Bürger-Verzeichnis“ ist kein „Verzeichnis von Bürgenden“. „Der Fahrer von Sebastian Kurz“ ist sein Chauffeur, wohingegen „ein Fahrender von Sebastian Kurz“ nach einem Verdauungsproblem des Kanzlers klingt. Es ist auch niemanden geholfen, wenn statt „Wehe dem, der lügt“ nun „Wehe der/dem, die/der lügt“ steht, ein Bärenhunger zum „Bär*Innen*Hunger“ und Student zu „der*die* Student*In“ wird. Es ist nicht automatisch von einem Mann die Rede, nur weil „der“ vor dem Subjekt steht: „der Busenstar“ ist eine Frau und „die Tunte“ ein Mann. „Dämlich“ kommt nicht von „Dame“ und Menschen „versöhnen“ sich, anstatt sich zu „vertöchtern“, weil versöhnen von Sühne und nicht von Sohn kommt. Die Begriffe „der Mensch“ und „die Person“ sind weiblich oder männlich gemeint. Es gibt keine „Menschin“ und keinen „Person-Mann“. „Das Mädchen“ ist auch keine Sache, nur weil „das“ voransteht. Und kein Mann fühlt sich diskriminiert, weil er von Fremden „gesiezt“ wird, also jemand „Sie“ zu ihm sagt."

Redewendungen wie "Übung macht den Meister" oder "Der Klügere gibt nach" dürften nicht mehr gebraucht werden, weil die geschlechtsübergreifende Bedeutung nicht mehr gedacht werden darf.

"Sätze wie "Frauen sind eben doch die besseren Zuhörer" könnten überhaupt nicht mehr formuliert werden, da die sprachfeministisch korrekten Versionen "Frauen sind eben doch die besseren Zuhörerinnen" oder "Frauen sind eben doch die besseren Zuhörerinnen und Zuhörer" ad absurdum führen würden."

"Wer hat seinen Schirm vergessen? In diesem scheinbar harmlosen Sätzchen offenbaren sich alle Abgründe einer verachtenswerten Männergesellschaft. Sowohl das Wort «wer» und schon gar das Pronomen «seinen» löschen die Frau aus...Ein Satz wie «Die Frauen sind die besseren Autofahrer» wird der gendersensiblen Sprachkritik nicht standhalten. Eine Umformulierung zu «Frauen sind die besseren Autofahrerinnen und Autofahrer» hingegen ist absurd."

"Das generische Maskulinum zeigt seine Wirkung und Bedeutung in vielen weiteren Bereichen, namentlich bei Pronomina. Mit „Wer war das?“ fragt man nach einer Person unabhängig vom natürlichen Geschlecht, aber die Form ist maskulin. Man erkennt das an Sätzen wie „Wer das tut, den (*die) haun wir auf den Hut“. Die feminine Form „die“ ist ausgeschlossen. Ebenso bei „jemand“. Berühmt wurden Sätze wie „Kann jemand etwas von seiner (!) Schwangerschaft erzählen?“ Wieder ist die feminine Form („ihrer“) nicht möglich."
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October 27 2019

8922 6202 500
DIe Zukunft war mal besser....
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8840 1f50 500
Seems the prophets always have to be killed
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October 25 2019

Was wir alles müssen. Globale Unterdrückung beenden, Afrika aufbauen, das Klima steuern, Populismus bekämpfen, Clanfrauen die Hand reichen, gestrandete Wale zurück ins Wasser ziehen, die Welt retten und nach außerirdischen Fluchtorten suchen... Ich fühle mich leicht überfordert.
— Rocco Burggraf
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Motorcyclist Who Identifies As Bicyclist Sets Cycling World Record


NEW YORK, NY—In an inspiring story from the world of professional cycling, a motorcyclist who identifies as a bicyclist has crushed all the regular bicyclists, setting an unbelievable world record.

In a local qualifying race for the World Road Cycling League, the motorcyclist crushed the previous 100-mile record of 3 hours, 13 minutes with his amazing new score of well under an hour.

Professional motorcycle racer Judd E. Banner, the brave trans-vehicle rider, was allowed to race after he told league organizers he's always felt like a bicyclist in a motorcyclist's body.

"Look, my ride has handlebars, two wheels, and a seat," he told reporters as he accepted a trophy for his incredible time trial. "Just because I've got a little extra hardware, such as an 1170-cc flat-twin engine with 110 horsepower doesn't mean I have any kind of inherent advantage here."

Banner also said he painted the word "HUFFY" on the side of his bike, ensuring he has no advantage over the bikes that came out of the factory as bicycles.

Some critics say he needs to cut off his motor in order to make the competition fairer, but he quickly called these people bigots, and they were immediately banned from professional cycle racing.

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8269 3781 500
Mit Studium kommst du weiter haben sie gesagt....
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Erneuerbare Energien liegen im Trend
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Doppelstandard
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8266 d66d 500
Wähle deine Worte weise...
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Diese Merkmale deuten auf Folter von Assange hin


Als unmittelbarer Augenzeuge der Anhörung im Magistrates Court (erstinstanzliches Gericht) von Westminster hat der frühere britische Botschafter Craig Murray – heute Dissident und Menschenrechtler – in einem Interview für Sputnik seine „äußerste Besorgnis“ um den Zustand des WikiLeaks-Gründers Julian Assange zum Ausdruck gebracht.

Menschenrechtler sorgen sich zunehmend um den psychischen und physischen Zustand von Julian Assange, während führende westliche Medien ihre Kampagne zur Dämonisierung fortsetzen und über seinen schlechter werdenden Gesundheitszustand lästern.

Wie haben die Ereignisse im Vorfeld der Anhörung am Montag den physischen und psychischen Zustand Julian Assanges beeinflusst?

Ich war erschüttert, als ich ihn am Montag im Gericht sah. Sein Äußeres hat sich sehr verändert. Er ist 20 Jahre älter geworden, seit ich ihn zum letzten Mal gesehen habe. Nach seiner Festnahme hat er 15 Kilo oder noch mehr abgenommen – gerade während seines Aufenthalts im Gefängnis Belmarsh. Und das binnen von nur wenigen Monaten! Seine Haare fallen aus. Viele Merkmale deuten darauf hin, dass er vorzeitig und schnell altert. Er humpelt stark, was ich früher, bevor er ins Gefängnis kam, nicht bemerkt hatte.


Aber vor allem beeindruckt nicht sein physischer, sondern sein Geisteszustand: Als er nach seinem Namen und dem Geburtsdatum gefragt wurde, musste er einige Sekunden darüber nachdenken und konnte sich nur schwer daran erinnern.

Als er versuchte, am Ende der Sitzung etwas zu sagen, als er gefragt wurde, ob ihm der Sinn der Anhörung klar sei, antwortete er negativ und erklärte, er könne unter solchen Bedingungen nicht denken. Dann riss er sich doch zusammen und versuchte, eine Erklärung über die Ungerechtigkeit der Gerichtsverhandlungen und den Mangel an Mitteln zu machen, die ihm für die Vorbereitung seiner Verteidigung zur Verfügung gestellt worden waren. Er versuchte aus aller Kraft, zu sprechen und die Wörter in einen Satz zu fassen, konnte seine Gedanken aber doch nicht richtig formulieren.

Wissen Sie, das ist der klügste und eloquenteste Mensch, dem ich je begegnet bin. Er wurde aber vom Staat total fertig gemacht, bis hin zu einem solchen Zustand, wo er nicht einmal sprechen und die Gerichtsverhandlungen verfolgen kann. Ich war äußerst beunruhigt.

Der UN-Sonderberichterstatter zum Thema Folgern, Nils Melzer, hatte im Juni einen Beitrag unter dem Titel „Demasking the Torture of Julian Assange“ veröffentlicht. Lässt sich der Umgang der britischen Behörden mit Assange Ihres Erachtens als „Folterung“ bezeichnen?

Ich bin sicher, dass dies als Folterung eingestuft werden kann. Ich meine, ich weiß nicht, was mit ihm gemacht wird. Ich weiß, dass er sich in totaler Isolation befindet, dass er aufmerksam beobachtet wird. Er darf 45 Minuten spazieren gehen. Wenn er irgendwohin geführt wird, werden alle anderen Zellen geschlossen, und alle Menschen müssen den Korridor verlassen, damit Assange keinen Kontakt mit anderen Häftlingen hat. Während des Spaziergangs sind seine Kontakte mit anderen Häftlingen äußerst beschränkt und werden streng kontrolliert. Natürlich ist ein langer Aufenthalt in der Einzelzelle eine Form von Folter, aber wie er noch schikaniert wird, weiß ich nicht. Als ich im Gericht seinen physischen Zustand und die Symptome von Foltern sah, konnte ich kaum glauben, dass die absolute Isolation das einzige ist, dem er ausgesetzt ist.

Ich bin äußerst beunruhigt, denn ich habe immerhin mit Opfern von Foltern gearbeitet. Ich besuchte Gerichtsprozesse in Usbekistan, wo Menschen sehr grausam schikaniert wurden; ich arbeitete mit Menschen in Sierra Leone und anderen Ländern, die Foltern überlebt hatten, und kann sagen: Was ich gesehen habe, lässt mich an das Schlechteste glauben.

Ich weiß, wie sich Menschen verhalten, die grausam gefoltert wurden, und Julian verhält sich genau wie ein gequältes Opfer. Bei ihm sind alle Symptome des Folteropfers offensichtlich: Er ist desorientiert, versteht nicht, was los ist, kann seinen Willen kaum demonstrieren und seine Gedanken nur schwer formulieren.

Nils Melzer, der UN-Berichterstatter zum Thema Folgern, hat genau dasselbe bemerkt. Es bestehen keine Zweifel, dass vor uns ein Folteropfer ist.

Laut dem Reporter John Pilger hat Assange in Großbritannien wenigstens den „Funken der Hoffnung“ auf eine faire Gerichtsverhandlung, während er in den USA überhaupt keine Chance hätte. Glauben Sie, dass Großbritannien so gnädig gegenüber dem Reporter ist?

Ich glaube, im Rahmen der Gerichtspraxis gibt es keinen großen Unterschied. Es wurde klar, dass sich dort kein Platz für die Rücksichtnahme auf rechtliche Umstände findet. Das Verhalten der Richterin war einfach schändlich. In jedem konkreten Fall entschied sie sich einfach für die Anklagebehörde, ohne die Gründe zu erklären, und weigerte sich unter anderem, der Verteidigung einen Monat Zeit für die Vorbereitung der wichtigsten Beweise aus dem spanischen Gericht zu geben, wiederum ohne ihre Motive zu erklären. Bis dahin war aber schon offensichtlich, dass dies nichts als eine Farce war.

Ich denke, in den USA, vor Gericht höchster Instanz, wird er am Ende gewinnen, denn der erste Verfassungszusatz in den USA ist die absolute Stütze der amerikanischen politischen Gesellschaft. Ich denke nicht, dass solche Angriffe gegen den Mann, der die Wahrheit veröffentlichte, am Ende vor Gericht höchster Instanz behandelt werden. Aber in Amerika sind die Gefängnisse sogar noch schlimmer als in Großbritannien. Und ich bin mir praktisch sicher, dass Julian keine Möglichkeit bekommen wird, seinen Freispruch noch zu erleben.

Wie stark ist die US-Justiz in den Assange-Prozess involviert?

Einer der am meisten schockierenden Momente der Gerichtsverhandlung am Montag war, dass dort fünf Vertreter der US-Regierung dabei waren. Sie wurden zugelassen und saßen im Gerichtssaal hinter den Juristen. Sie gaben unverhohlen den Juristen der Anklage unverhohlen Hinweise. Dabei gab nicht der britische Königliche Dienst der Strafverfolgung dem Rat der Staatsanwaltschaft Hinweise, sondern unmittelbar die US-Regierung.

Und ich muss sagen, dass ich dabei Augenzeuge war. Während der Gerichtsverhandlung kam ein Anwalt der Anklage, der gewisse Hinweise von den Amerikanern erhalten hatte, und richtete sie dem Juristen aus, der der Richterin offen erklärte, er handele „im Auftrag derjenigen, die hinten sitzen“. Hier muss etwas erläutert werden: Die Anklage ließ sich nicht von der britischen Staatsanwaltschaft beraten, sondern von der US-Botschaft. Diese Beratungen fanden nur wenige Meter von dem Platz statt, wo ich saß, so dass ich einige Details gehört und gesehen habe. Und auch die Tatsache selbst, dass US-Beamte das Vorgehen der britischen Staatsanwaltschaft im Gericht kontrollieren, ist äußerst beunruhigend.

Und am Ende hat die Richterin jedes Argument der Anklage widerspruchslos akzeptiert, ohne dabei die Gründe zu erklären. Sie entschied sich in jedem Punkt für die Anklage und gegen die Verteidigung, ohne sich die Mühe zu geben, die Argumente der Verteidigung zu berücksichtigen und ihre Entscheidungen zu erläutern. Im Grunde bekam die Richterin Hinweise unmittelbar von der amerikanischen Regierung.

Im Grunde genommen passiert das alles vor den Augen der führenden Massenmedien und der Gerichtssysteme vieler Länder. Wie konnten sie es nur erlauben, dass der Prozess gegen Assange ohne richtige Kontrolle verläuft?

Das ist großenteils mit der Dämonisierung Julian Assanges verbunden, die schon seit zehn Jahren dauert. Wenn man auch seine Anklage in Schweden und seine Dämonisierung seitens der Massenmedien berücksichtigt, dann kann man feststellen, dass viele Menschen – Vertreter der Mittelklasse, Journalisten, die von der so genannten „liberalen Gesellschaft“ infiziert wurden – ihn als Hassobjekt betrachten. Sie machen sich keine Sorgen darum, dass er gefoltert wird, und freuen sich sehr auf seine Vernichtung, selbst wenn das am Ende die Medienfreiheit zerstört. Ich finde das absolut einmalig. Und natürlich hatte Julian Recht. Er sagte immer, der Grund, warum er das Gelände der Botschaft Ecuadors betreten hätte, bestände nicht darin, dass er nicht nach Schweden wollte, sondern dass er die Auslieferung in die USA fürchtete. Und jetzt, nachdem er verhaftet wurde, wurde die schwedische Anklage fallengelassen.

Schweden besteht nicht mehr auf seiner Auslieferung. Das einzige, was vor Gericht zitiert wurde, war, ob er für die Veröffentlichung von geheimen Informationen über Kriegsverbrechen im Irak und in Afghanistan in die Vereinigten Staaten ausgeliefert werden sollte, wie auch für die Veröffentlichung von amerikanischen diplomatischen Telegrammen, die er von Chelsea Manning erhalten hatte. Und das ist ein Beweis dafür, dass es die Wahrheit ist. Die schwedische Anklage war nichts als ein Vorwand, der aus den Fingern gesogen wurde. Sie war nie wirklich ernst. Sie war nur nötig, um ihn zu fassen und in die USA auszuliefern. Und die Unfähigkeit der britischen Medien, das anzuerkennen, Julians Dämonisierung zu unterbinden und ehrlich zu erzählen, was eigentlich vorging – das war ja die richtige Schande. Ich muss mich sehr wundern, dass die Mainstream-Medien nichts über die Ereignisse im Gerichtssaal am Montag berichteten.

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October 23 2019

7313 63a0
Somewhere in a parallel universe
Reposted byztarLeguanienrabbit-acbvdmatajnbruxaNaitlisztonietakQdeupressanybetondivi
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Schweinderl