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Da können sich die Schlapphüte entspannt zurücklehnen.

Ist nicht das Einfädeln von Stellvertreterkriegen eine Spezialität der anglo-amerikanischen Geheimdienste? Und gibt es nicht die äußerlich sichtbaren Aspekte die für diese Annahme sprechen? Ich bin nun zwar keiner dieser  Verschwörungstheoretiker. Aber an dieser Stelle weder ich mich  trotzdem einmal als ein solcher betätigen.

Am Anfang möchte ich einmal betrachten, wem ein Ende von Wikileaks etwas nützt. Da fallen mir gleich einige große Gruppen ein. In erster Linie die Mächtigen, aus Wirtschaft und Politik, auf dieser Welt. Dabei ist es gleichgültig wen oder wie sie beherrschen. Der Macht als solcher ist jeder, der ihr unzensiert auf die Finger schaut grundsätzlich suspekt. Dann natürlich deren Lakaien in den Geheimdiensten. Die halten naturgemäß überhaupt nichts von Transparenz. Sonst würden sie ja auch nicht Geheimdienste heißen. Und dann sind da noch die Medienbosse und ihre Fußsoldaten, die Journalisten. Denn Nachrichten sind heutzutage eine Ware. Vom Handel mit dieser Ware lebt dieser Personenkreis. Das sogar nicht schlecht. Einerseits kann sie den Regierten das verkaufen was sie erfahren sollen und glauben erfahren zu müssen. Auf der anderen Seite lässt sie sich von Denen die regieren dafür bezahlen, dass sie verschweigen was die regierten nicht wissen sollen.

So nun kommen wir mal zu taktischen Seite. Also wie macht man so ein Ding wie Wikileaks kaputt? Wo ist es so angreifbar, dass es sich nicht wieder erholt? Man könnte es auf technischen Wege versuchen. Es ständig lahmlegen, seine Infrastruktur permanent angreifen und so weiter. Das wurde ja auch versucht. Doch gewirkt hat es immer nur kurzfristig. Also musste die wirkliche Schwachstelle gefunden werden. Und die ist die Glaubwürdigkeit. Denn das ist ja bei allen Berichterstattern ein wunder Punkt. Bei denen jedoch, die wie die Whistleblower, aus der Anonymität heraus agieren müssen ist es eine ständig offene Wunde. Wenn man es also schafft in diese Wunde Gift zu spritzen, dann sind Wundbrand und der Glaubwürdigkeitstod des Enthüllers schon fast sicher.

Um jemanden in der Öffentlichkeit unglaubwürdig zu machen, sollte diese auch möglichst groß sein. Denn in je mehr Hirne ich die Saat des Zweifels lege, um so ertragreicher wird meine Ernte sein. Ein probates Mittel dafür sind Nachrichten in populärer Geschmacksaufbereitung. Also nicht das trockene Zeug irgendwelcher Regierungsdokumente mit schwierig zu lesenden und auch schwieriger zu verstehenden Inhalt. Besser ist da irgendetwas eher belangloses, das aber gewürzt mit einem Hauch Skandal sich von der Journaille zum mundgerechten Fastfood hochjubeln lässt. So wie die Veröffentlichungen der geheimen Depeschen im Herbst 2010. Ich hatte schon damals so meine Zweifel. Aus heutiger Sicht sind sie Teil meines Verdachtes.

Auf jeden Fall hat es gewirkt. Wikikleaks war plötzlich in aller Munde und Ohren, und damit auch in aller Hirne. Einziges Problem war die Persönlichkeit von Wikileaks. Die Menschen brauchen immer einen anderen Menschen zum Liebe oder Hassen, zum Bewundern oder Ablehnen. Wikileaks ist aber kein Mensch, keine Persönlichkeit, kein Etwas. Es ist nicht richtig sichtbar, nicht begreifbar und schon gar nicht anfassbar. Doch wo Öffentlichkeit ist, da sind auch die Selbstdarsteller und Profileure nicht weit. Als wäre er extra für das hier entworfenen Szenario entworfen und gebaut betrat nun schon der Erste davon die Bühne.

Da stand er da. Keine ernst zu nehmende, unzweifelhafte und seriöse Persönlichkeit. Nein, ein undurchsichtiger Egomane mit einem Hang zum großen Auftritt. Er brachte noch die Prise Schlüpfrigkeit und Dubiosität mit, um dem oben erwähnten Menü den letzten Pfiff zu geben. Aus den Zweifeln wurde ein ungutes Gefühl. Er erfüllte seine Rolle trefflich. Denn schon begannen sich die Sympathisanten von Wikileaks zu teilen. Auf der einen Seite die Fragesteller. Auf der anderen Seite die Gläubigen. Die Front begann zu bröckeln, das Gift zu wirken.

So geschwächt könnte man nun zum finalen Dolchstoß ausholen. Und was wäre da nicht besser als eben ein Stellvertreterkrieg und so doch eigentlich oder angeblich Gleichgesinnten? Den erleben wir im Moment. Denn ein Zweiter hat die Arena betreten. Auch er ein Könner der Selbstinszenierung. Doch nicht nur das. Wie passend ist es doch, dass er den Julian Assange persönlich nicht leiden kann. Schließlich war Daniel Domscheit-Berg auch einmal ein Protagonist bei Wikilieaks. Dort ist er aber dann im Streit gegangen. Bedankt hat er sich später mit dem Buch Inside WikiLeaks. Außerdem hat er noch ein Konkurenzprojekt mit dem Namen OpenLeaks aufgezogen. Eine Plattform, die die alte Ordnung der Hoheit über die Informationen wieder herstellen soll. Nicht mehr Jeder und Alle, sondern nur noch die Journalisten bekommen die Dokumente zu lesen. So können sie dann entscheiden was der Rest erfahren soll und möchte, und was ihm verschwiegen werden soll.

Es konnte also losgehen. Die Kämpfer waren also angetreten. Jeder hatte hinter sich seine Unterstützer versammelt. Assange das Herr der Nerds, Träumer und Tastaturrevoluzzer. Domscheit-Berg dank seines OpenLeaks die Journalisten und ihre Hintermänner. Ja und wie es sich für zwei solche Egomanen gehört, ging es in der Schlammschlacht auch gleich richtig zur Sache. Passenderweise ist in dieser nun auch am Angreifer Domscheit-Berg etwas Dreck hängen geblieben. Er soll laut Spiegel-Online Dokumente von Wikileaks vernichtet haben.
Der frühere WikiLeaks-Sprecher Daniel Domscheit-Berg hat nach eigenen Angaben mehr als 3500 unveröffentlichte Dateien zerstört, die von unbekannten Informanten eingesandt worden waren und nun offenbar unwiderruflich verloren sind. Dabei handelt es sich um Dokumente, die bis zum Spätsommer 2010 auf dem WikiLeaks-Server lagerten und die eine Gruppe um Domscheit-Berg bei ihrem Verlassen der Organisation mitgenommen hat.

Das macht sich nicht gut für seine eigene Glaubwürdigkeit. Wikileaks wird es zwar auch nicht helfen. Doch wer etwas gegen solche Enthüllungsplattformen hat den freut es sicherlich. Denn so braucht er schon einmal keine Angst davor haben, dass der Herr Domscheit-Berg später auf die Idee kommt doch wieder zu den Idealen von Wikileaks zurückzukehren. Dazu ist er jetzt schon zu beschädigt.

Wie gesagt, es läuft im Moment gut, für alle die etwas gegen die Transparenz der Mächtigen haben. Auch wenn ich hier nur eine Verschwörungstheorie aufgestellt habe, und wahrscheinlich niemand die Sache genau so aufgezogen hat. Beim nächsten Mal wissen diese Leute auf jeden Fall wie sie es anfangen müssen.

[ … ]

Noch ein wichtiger Hinweis!

Abgesehen von den beiden hier beschriebenen Wichtigtuern gibt es noch einen Menschen. Leider kam dieser in den Medien nur sehr am Rande vor, und wird mittlerweile völlig vergessen. Aber nicht hier und nicht bei mir! Darum möchte ich an Bradley Manning erinnern. Dieser sitzt immer noch, zu unrecht,  in einem US-Militärgefängnis.


Bradley Manning – Die Aufdeckung von Kriegsverbrechen ist kein Verbrechen!

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