Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

Es hat "nichts mit nichts zu tun" - ich weiß!


Als im Traumabereich tätiger Therapeut ergeben sich jedoch einige Fragen (s.u.). Keine Frage ist, dass es "Vergewaltigungen" in allen modernen Kulturen und vermutlich zu allen patriarchal geprägen Zeiten gegeben hat. Was jedoch besonders ist, ist das auch statistisch (!) - bereits 2016 eine Zunahme von 106,3 Prozent bei 524 Fällen laut BKA 2017 - erfasste und zunehmende Phänomen der "überfallartigen Gruppenvergewaltigung", welches in Ägypten (und auch ab Sylvester 2015 bei uns allein in Köln mit 1210 Anzeigen) unter dem Begriff "Taharush Gamea" bekannt geworden ist. Ich erfuhr 2013 erstmalig davon über Berichte zu den kollektiv verübten Massenvergewaltigungen auf dem Tahir-Platz. Bereits nachdem ich mit Opfern der Kölner Sylvesternacht therapeutisch gearbeitet habe, beschäftigte mich v.a. die Frage wie es sein kann, dass Männer daran Spaß empfinden können, sich - obendrein in aller Öffentlichkeit - ein "Opfer herumzureichen" o. dem Mittäter, polemisch gesprochen, noch "die Stange zu halten". Als dann in 2015 eine deutsche Lehrerin in Wien von mehreren Männern gemeinsam mit deren eigenen Söhnen in der eigenen Wohnung eine Nacht lang vergewaltigt worden ist - die Mütter hatte man vorab aus der Wohnung geschickt -, wurde auch dem Gericht klar, dass es sich hierbei um ein bestimmtes grundlegendes Verständnis von "Besitz" und vom Bild der Geschlechter handelt. Ähnliche Fälle, wie die live auf Facebook gestreamte Gruppenvergewaltigung oder die im winterlichen Hinterhof nackt liegengelassene Frau etc. wurden anschließend ebenfalls bekannt - man ahnt nur das Ausmaß einer möglichen Dunkelziffer bei solcherlei Abscheulichkeiten.

Hier, in Freiburg, ist man anscheinend mit klassischen K.O.-Tropfen vorgegangen... was liegt hier für ein Bild auf westliche Frauen - oder Frauen allgemein vor? Ist es eine "Ehre" eine niedergestreckte Beute noch an seine Kumpels "weiterzureichen"? Hat man sich also mit dem Kauf eines "Getränks" das Recht auf den gewaltsamen Zugang zum Körper der Frau "erkauft"? Wie kann man es toll finden, nachdem der eigene Freund eine Frau vergewaltigt, hat es ihm gleich zu tun? Handelt es sich dabei den "Kammeraderie-Effekt" (Sofsky), wie wir ihn aus Militäreinheiten kennen? Oder handelt es sich gar um kulturell-religiösen Faschismus, der in diesem Falle kollektiv über brutalst-traumatische Erniedrigung - Sexualität will ich das eher nicht nennen - ausgelebt wird? Viele Kommentare verglichen das Ereigniss ja mit den Gruppenvergewaltigungen in Kriegsgebieten - ist DE jetzt also für die Akteure auch ein "Kriegsgebiet"? Fühlen sie sich gar als Okkupatoren? Oder ist es die Abreaktion eines Minderwertigkeitskomplexes? Oder ist es einfach nur Dummheit, gepaart mit Geilheit und Empathielosigkeit?

Aber - ohne die Opfer bashen zu wollen - ist auffallend, dass die allermeisten Opfer zuvor, mehr oder minder, ausgiebigen Täterkontakt hatten. Was suchen die Opfer bei diesen Männern? Was erhoffen sie sich? Wann bekommen sie mitunter bestimmte Signale nicht mit o. ignorieren diese bewusst? Was war mitunter der Reiz an der explosiven Stimmung - wie bspw. in Köln deutlich spürbar? Was hat mitunter das eigene Bauchgefühl - wenn man denn dafür eine Wahrnhemung hatte - dazu gesagt und was hat der Kopf dann veranlasst? Spielen hier ggf. sogar transgenerationale Traumatisierungen durch die millionenfachen alliierten Vergewaltigungen am Ende o. nach dem zweiten Weltkrieg eine Rolle? Man bedenke, dass es ja v.a. auch im südlichen Baden-Württemberg zu massenhaften Vergewaltigungen durch die französisch-marokkanischen Besatzungstruppen gekommen ist.

Ferner hat mich v.a. verwundert, dass insbesondere die radikalen Feministinnen diese Vorfälle als "Normalität" abgetan und deutlichen Täterschutz betrieben haben, wo sie doch ansonsten, oftmals nicht verlegen sind, alles und jedes was man gegen den (westlich-priviligierten) "Mann" für die eigene Ideologie instrumentalisieren kann, zu nutzen. Wie kann es sein, dass wir dabei kollektiv - v.a. auch meine "Kollegen" und "Kolleginnen" - derart umdeuten und wegschauen - "Stockholm-Syndrom", "Dunning-Kruger", "Massenhypnose"?! Auf 10 Jahre gerechnet sind das 5240 Fälle - die offiziell-statistisch erfassten Fälle! Haben Sie sich einmal gefragt, wie lange diese Opfer benötigen um wieder ein halbwegs normales PTBS-freies Leben sowie eine erfüllte Partnerschaft leben zu können!? Wenn dies überhaupt jemals wieder möglich werden sollte! Es braucht freilich sehr umfassende, körperbasierte Traumatherapie... und mentale Stärkung - große Hoffnung liegt diesbezüglich auch auf MDMA und anderen Substanzen. Aber letztlich kann/ sollte die Nachversorgung der Opfer nicht das Hauptthema dabei sein - besser wäre "Prävention" und eindeutiger Umgang mit solch bestialischen Taten. Diese und andere Fragen beschäftigen mich zu diesem Thema...

ANMERKUNG: Es geht dabei nicht um die Farbe des Ausweises der Täter - sondern um deren Konditionierung!!! Ferner macht es auch wenig Sinn dieses Phänomen, bspw. mit familiärer sexueller Gewalt (v.a. an Kindern/ Jugendlichen) - wovon es in DE in 2017 13.539 Fälle gab - relativieren zu wollen. Dies ist ein nicht minder bedeutsames Thema, dass ebenfalls wesentlich mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt werden muss. Ferner ist es auch so, dass nicht nur Männer die Täter sondern auch Frauen selbst Täter sind - das wird dabei immer wieder gerne vergessen.

#Gruppenvergewaltigung #Missbrauch #Traumatherapie

Tahir-Platz: https://www.handelsblatt.com/…/massenvergegwa…/7700094.html…
Wien: https://diepresse.com/…/Gruppenvergewaltigung-zu-Silvester_…
Köln: https://www.zeit.de/…/koelner-silvesternacht-2015-sexuelle-…
Statistik: http://www.faz.net/…/kriminalitaet-straftaten-steigen-doch-…

https://www.focus.de/…/opfer-ist-erst-18-jahre-alt-waren-es…

Reposted byp856 p856

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl