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Bei euch gibt es ja nur "extreme" Rechte, normal, vorsichtige Konservative gibt es gar nicht in eurem Bild, oder?

Aber zum Juristischen:

The global compact for migration ist ein völkerrechtlicher Vertrag, der nicht die Rechte von Flüchtlingen regeln soll (vgl. Präambel, Rn. 4), sondern jene von sonstigen Migranten, einschließlich illegaler Migranten (vgl. Ziel 15, Rn. 31).

The global compact for migration würde das bisher völkerrechtlich anerkannte Recht auf Kontrolle und Steuerung der Einwanderung tendenziell einschränken (vgl. Rn. 9). Hinzu kommt, dass der Pakt programmatische und verpflichtende Zielsetzungen enthält, die die öffentliche Hand (finanziell) stark belasten werden, wie etwa die Stärkung bzw. Erweiterung von Leistungserbringungssystemen zur Gesundheitsversorgung (Rn. 31), der Erleichterung des Zugangs zu Grundleistungen für Arbeitsmigranten (Rn. 32 e), eine kostenlose, qualifizierte und unabhängige Rechtsberatung für Migranten (Rn. 29 d) und der Erweiterung des Familiennachzugs über die Kernfamilie hinaus (Rn. 21 i).

Offiziell wird gesagt, bei diesem Pakt handle es sich um eine nichtverbindliche Regelung und um eine bloße Absichtserklärung. Das ist vordergründig richtig, aber bitte bedenken, unterzeichnete völkerrechtliche Kooperationsrahmen wirken aber insbesondere bei der künftigen Rechtssetzung und darüber hinaus bei der Rechtsanwendung, hier bei der Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe oder bei Ermessensentscheidungen, auf das nationale Recht ein. Dies ist in den letzten Jahren etwa nach Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention oder der UN-Behindertenrechtskonvention deutlich geworden (vgl. etwa BSG, Urt. vom 11.08.2015, B 9 SB 2/14 R, Breith 2016, S. 260 zur UN-Behindertenrechtskonvention als „orientierende Auslegungshilfe“ bei der Gesetzesanwendung). Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte nimmt zur Auslegung der EMRK Bezug auf sog. „soft law“, wie etwa auf Empfehlungen des Ministerkomitees des Europarates (vgl. EGMR, Urt. vom 18.10.2006, Nr. 46410/99, NVwZ 2007, S. 1279 Rn. 58 - Üner; s. auch BVerwG, Urt. vom 29.04.2009, 6 C 16/08, NVwZ 2009, S. 1562 zu den „eigentlich“ unverbindlichen sog. Allgemeinen Bemerkungen des UN-Sozialausschusses und deren Wirkung als Interpretationshilfe der vertraglichen Rechtsbegriffe durch die Vertragsstaaten). Im Bereich des Kindergelds hat der EuGH sogar auf nicht ratifizierte und bereits wieder gelöschte Vereinbarungen Bezug genommen.

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Schweinderl