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Der fehlende Deckungsbeitrag der Zuwanderung

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Damit Zuwanderung einen Beitrag zur Lösung unserer demografischen Herausforderungen leistet, müssen die Zuwanderer im Schnitt so viel verdienen, wie die schon hier lebende Bevölkerung. Es genügt auch nicht, Sozialbeiträge zu bezahlen. Wir brauchen auch deutliche Steuerzahlungen, um das Gemeinwesen (und die Umverteilungsmaschinerie) am Laufen zu halten. Wie steht es doch so schön in der von der Bertelsmann-Stiftung bezahlten und seither falsch verkauften Studie:
„Eine Wiederholung der Gastarbeitereinwanderung ist weder hinsichtlich der erwähnten Tragfähigkeitslücke noch mit Blick auf den Arbeitsmarkt im 21. Jahrhundert ökonomisch sinnvoll. Wissend um die schon erwähnten demografischen Entwicklungen, ist es mit Blick auf die Wohlstandssicherung in Deutschland hingegen sinnvoll, ja geradezu geboten, qualifizierte Einwanderer ins Land zu holen.“ – bto: und die qualifizierten Menschen im Land zu halten, wie ich in meinem Buch und auch hier immer wieder betone!

Es ist wirklich wichtig, auf die Qualifikation zu achten! Ein Mensch auf Sonder- oder Hauptschulniveau wird nicht durch Grenzübertritt zum Akademiker. Das muss man bedenken, wenn man sich die Zuwanderer ansieht. Hier eine Aufstellung der Leistungsfähigkeit in Mathematik, dem wohl entscheidendsten Indikator für künftige Innovationskraft:

Quelle: Gunnar Heinsohn

Man muss nur schauen, aus welchen Ländern die Zuwanderung erfolgt und man hat einen Indikator für die Integrationsfähigkeit. Übrigens gibt es in den jeweiligen Staaten durchaus Höher- bis Höchstqualifizierte. Doch wohin wandern diese aus? Jedenfalls überwiegend nicht zu uns.

Dies muss man im Hinterkopf haben, wenn man liest, dass jeder zweite Zuwanderer bei Deutschtests am Mindeststandard scheitert. Das widerspiegelt Lernbereitschaft und -fähigkeit.

So berichtet die WELT:

  • „(…) im vergangenen Jahr (haben) 51,5 Prozent der 172.471 Migranten, die erstmalig am Deutschkurs teilnahmen, das Kursziel „Sprachniveau B1“ nicht erreicht. Im Vorjahr waren es rund 48 Prozent gewesen. Im Jahr 2016 hatten knapp 38 Prozent der Teilnehmer beim ersten Mal das Kursziel verfehlt.“ – bto: Viele Migranten haben keinen Deutschkurs belegt. Dies auch nur als weitere Information, die verdrängt wird.

Das aber hindert jene nicht, die glauben, jeder Mensch könnte die höchsten Anforderungen der Bildung erreichen, wenn man ihn nur ließe, nach „mehr“ zu rufen (was auch immer, im Zweifel Geld und Anstrengung von uns, nicht von den Migranten):

  • „Die integrationspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Filiz Polat, kritisierte dagegen: ‘Das Bundesinnenministerium palavert zwar ständig von einer angeblichen Qualitätsoffensive, verspricht eine langwierige Evaluation, passiert ist aber bisher noch nichts.’ Nicht die Geflüchteten seien das Hauptproblem bei den Sprachkursen, sondern das mangelhafte System BAMF, sagte sie.“ – bto: Das ist so realitätsfern, dass man es nur als Ideologie verbuchen kann. Doch mit welchem Ziel? Denn auch Frau Polat will im Alter versorgt sein.

Womit wir bei dem grundlegenden Problem sind. Nach Deutschland kommen jene, die woanders nicht genommen und schon gar nicht so gut versorgt werden. Das hat mit den ökonomischen Anreizen zu tun. Hier nochmals die Fakten:

Quelle: Citi, University of Oxford

Kein Wunder, dass man lieber nach Deutschland kommt, obwohl das Wetter in Italien (von 2018 abgesehen) so viel schöner ist. Übrigens weiß ich nicht, was passieren würde, wenn man diese Analyse mal breit in den deutschen Medien diskutieren würde.

In der NZZ erschien passend dazu ein nüchterner Kommentar von jemandem, der offensichtlich rechnen kann. Kernaussage: Wenn Top-Verdiener gehen und Leistungsempfänger einwandern, dann geht das auf Dauer nicht. Richtig. Aber auch dies ist ein Tabu im politischen Berlin und man fragt sich, ob die es wirklich nicht verstehen oder aber partout nicht verstehen wollen.

Kein Wunder, dass die Klügeren Reißaus nehmen:

  • „Übersehen wird dabei ein anderes Problem: dass etwa aus dem wirtschaftlich prosperierenden Deutschland viele Hochqualifizierte auswandern. Deutschland ist, wie einst im 19. Jahrhundert, wieder ein Auswanderungsland, ohne dass dieses Phänomen in der deutschen Öffentlichkeit diskutiert werden würde.“ – bto: Auch so ein Tabu.
  • „Es sind aber keine deutschen Erntehelfer, sondern Hochqualifizierte, die heute fortgehen, um im Ausland zu arbeiten. Deutsche Ärzte in der Schweiz und Norwegen, aber auch deutsche Ingenieure in Australien gehören zu diesen leisen Auswanderern. (…) Da es sich nicht um Geringqualifizierte handelt, hat schon eine kleine Zahl von Emigranten nennenswerte Effekte.“ – bto: Vor allem sind es diejenigen, die den Laden finanzieren.
  • „2017 lag Deutschland gemäß Weltbank auf Platz 9, hinter klassischen Auswanderungsländern wie Indien, China oder den Philippinen.“ – bto: Maßstab sind hier die Überweisungen aus dem Ausland zurück. Ich denke, dies unterschätzt noch den Effekt, weil bei uns die Auswanderer im Unterschied zu Entwicklungsländern nicht eine Familie zuhause ernähren müssen.
  • „Angestammte Einwanderungsländer sind in der Lage, wirtschaftliche Anreizstrukturen für hochqualifizierte Zuwanderer und Einheimische zu schaffen.“ – bto: und wir nicht. Wir vergraulen qualifizierte Einheimische und ziehen unqualifizierte Ausländer an. Darauf muss man erst mal kommen! Und dann, wenn Letztere sich nicht integrieren, weil es auch am erforderlichen Niveau fehlt, dann liegt es nicht an denen, sondern an uns.
  • „Deutschland hingegen verbindet die Auswanderung Hochqualifizierter mit der Einwanderung Geringqualifizierter. Die auf Kosten der deutschen Steuerzahler ausgebildeten Mediziner und Ingenieure maximieren ihren persönlichen Nutzen, was nachvollziehbar und legitim ist. (…) Angestellte Ärzte in leitender Funktion verdienen in Deutschland ein Drittel dessen, was für vergleichbare Positionen in Australien oder den USA gezahlt wird. Dort reichen Jahresgehälter angestellter Ärzte bis zu 450 000 Euro. In Dänemark oder der Schweiz liegen die Gehälter immerhin beim Doppelten des deutschen Wertes.“ – bto: Und bei uns darf man dann beim 1,3-fachen Durchschnittseinkommen den Spitzensteuersatz bezahlen!
  • „Ein Assistenzarzt an einem deutschen Krankenhaus verdiente 2018 brutto rund 81 000 Euro und damit gerade einmal 4300 Euro mehr als ein Lastwagenfahrer, der in den USA für die Handelskette Walmart arbeitet. Nach Steuern und Sozialabgaben hat der Trucker ein höheres Nettoeinkommen als der deutsche Mediziner.“ – bto: Ich denke, das muss man nicht mehr kommentieren.
  • „Für die Einwanderungsländer ist die Einwanderung Hochqualifizierter ein lohnendes Geschäft. Diese Arbeitskräfte erhöhen die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung des Landes und tragen so zu einer Festigung des Lebensstandards der einheimischen Bevölkerung bei. (…) Deutschland dagegen hat mit seinem «brain drain» das Nachsehen.“ – bto: Das ist Dreisatz!
  • „Die grosse Zahl von Zuwanderern mit geringer Qualifikation senkt zum einen die durchschnittliche Wirtschaftsleistung, zum anderen werden die Sozialsysteme belastet. Gerade bei den in Deutschland lebenden Flüchtlingen zeigt sich diese Problematik deutlich. Im August 2018 bezogen 6,6 Prozent der Gesamtbevölkerung, aber 63,7 Prozent der Flüchtlinge die Grundsicherung Hartz IV. Von den 1,7 Millionen Flüchtlingen, die in Deutschland registriert sind, gehen 361 000 einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Da viele Migranten nicht über eine auf dem deutschen Arbeitsmarkt nachgefragte Qualifikation verfügen, bleiben ihnen nur Hilfstätigkeiten: putzen, kellnern, schleppen.“ – bto: Also, sie zahlen nicht ein, sondern kosten was. Die, die nichts mehr kosten (wohl aber deren Ausbildung, die wir bezahlt haben!) und einzahlen könnten, wandern aus. Man muss Politiker sein, um zu denken, dass das eine gute Strategie ist!
  • „Viele Beobachter meinen, dass allein die Aufnahme einer Hilfstätigkeit schon dazu führt, dass ein Zuwanderer sich selbst finanziert. Dies ist nicht der Fall. Deutschland gehört nicht nur zu den Ländern mit der höchsten Belastung von Arbeitseinkommen durch Steuern, sondern auch durch Sozialabgaben. Die Krankenversicherungsprämien eines Gutverdienenden belaufen sich in der gesetzlichen Versicherung derzeit auf etwa 830 Euro pro Monat einschließlich des hälftigen Anteils der Arbeitgeber. Der Bundesfinanzminister überweist den Krankenkassen aber lediglich rund 100 Euro pro Person und Monat. Die Besserverdienenden subventionieren die Bezieher von Sozialleistungen einschließlich der Zuwanderer.“ – bto: So ist es, die Umverteilung findet auch in den Sozialsystemen statt.
  • „Mittel- und langfristig steuert Deutschland auf eine strukturelle Krise in der Wirtschafts- und Sozialpolitik zu. Leistungsträger verlassen das Land und schwächen die wirtschaftlichen Perspektiven. Den gleichen Effekt hat die Zuwanderung von Geringqualifizierten. Um diese problematische Entwicklung zu ändern, müsste die deutsche Politik dafür sorgen, dass die Steuer- und Abgabenlast sinkt und zugleich die Gehälter von Hochqualifizierten so stark steigen, dass sie im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig werden. In der heutigen politischen Atmosphäre, die von einer übergroßen Koalition von Umverteilungsbefürwortern im Bundestag geprägt ist, ist diese Forderung nach mehr Ungleichheit und weniger Sozialleistungen indes utopisch. Es fehlt an Einsicht, welche Folgen es für Deutschland hat, dass es seine eigenen Talente nicht mehr im Land halten kann.“ – bto: Das ist ein wesentlicher Aspekt meiner Thesen vom Märchen vom reichen Land.

→ welt.de: „Jeder zweite Zuwanderer scheitert bei Deutschtests am Mindeststandard“, 12. April 2019

→ nzz.ch: „Wenn Hochqualifizierte gehen und wenig Gebildete kommen – Deutschlands doppeltes Migrationsproblem“, 6. April 2019

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